Tintenherz ist so ein Buch, das mir schon lange ein Begriff war und auf das ich deshalb auch ziemlich neugierig war. Die Idee dahinter klang einfach nach genau der Art von Geschichte, die eigentlich viel Potenzial für ein richtig besonderes Leseerlebnis mitbringt: Bücher, Magie, Geheimnisse und eine Handlung, in der Literatur plötzlich eine ganz andere Macht bekommt. Allein das ist ja schon eine Mischung, die unglaublich viel Atmosphäre verspricht.
Am Anfang hatte ich allerdings wirklich meine Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Ich brauchte deutlich länger, als ich gedacht hätte, um richtig anzukommen und mich in allem zurechtzufinden. Aber sobald ich erst einmal drin war, hat mich das Buch dann doch noch bekommen. Und zwar so, dass ich am Ende wirklich sagen kann, dass es mir insgesamt richtig gut gefallen hat.
Inhalt & Stimmung
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Meggie und ihr Vater Mo, dessen Leben plötzlich noch einmal völlig aus dem Gleichgewicht gerät, als ein unheimlicher Besucher auftaucht und vor Capricorn warnt. Kurz darauf beginnt eine Reise, bei der schnell klar wird, dass es um weit mehr geht als nur um ein geheimnisvolles Buch. Nach und nach entfaltet sich eine Geschichte, in der Bücher nicht nur Geschichten erzählen, sondern selbst eine fast gefährliche Macht besitzen.
Was mir an Tintenherz sehr gefallen hat, war diese besondere Grundidee. Bücher sind hier nicht einfach nur Kulisse, sondern stehen wirklich im Herzen der Geschichte. Gerade wenn man selbst gern liest, hat das natürlich noch einmal einen ganz eigenen Reiz. Diese Verbindung aus Literatur, Magie und Abenteuer hat für mich etwas sehr Besonderes, weil sie einer Geschichte sofort eine eigene Stimmung gibt.
Und genau diese Stimmung war für mich auch eine der großen Stärken des Buches. Es hat etwas Düsteres, Geheimnisvolles und gleichzeitig auch etwas sehr Märchenhaftes. Man merkt schnell, dass hinter allem mehr steckt, als man anfangs vermutet und genau das erzeugt eine schöne, spannungsgeladene Atmosphäre. Es ist kein Buch, das einfach nur vor sich hinplätschert, sondern eines, das nach und nach immer mehr von seiner Welt preisgibt.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich eben gerade anfangs wirklich Schwierigkeiten hatte. Ich brauchte Zeit, um in die Handlung hineinzufinden und mich auf alles einzulassen. Gerade zu Beginn war ich noch nicht komplett gepackt. Erst als die Geschichte Fahrt aufgenommen hat und ich besser im Geschehen angekommen war, konnte ich das Buch wirklich genießen. Danach hat es mich dann aber auch deutlich mehr überzeugt.
Charaktere & Stil
Was für mich zwischendurch etwas anstrengend war, war die Orientierung bei den Figuren. Es gibt einige wichtige Personen und ich musste mich immer mal wieder neu sortieren, wer jetzt noch einmal wer war und welche Rolle jemand genau spielt. Das hat meinen Lesefluss an manchen Stellen ein wenig ausgebremst. Es war also nicht so, dass ich völlig mühelos durch die Geschichte geflogen bin.
Trotzdem hat das Buch in anderen Punkten wieder vieles wettgemacht. Cornelia Funke schafft es, sehr bildhaft zu schreiben, ohne dass es für mich zu überladen wirkte. Gerade die Welt, die sie erschafft, hatte etwas sehr Lebendiges. Man merkt einfach, dass viel Fantasie in dieser Geschichte steckt. Es gibt Szenen und Bilder, die im Kopf bleiben und genau das mag ich bei Fantasy unheimlich gern.
Auch die Figuren haben für mich grundsätzlich funktioniert, selbst wenn ich mich zwischendurch sortieren musste. Meggie mochte ich als Hauptfigur sehr gern, weil man mit ihr zusammen immer tiefer in diese Geschichte hineingezogen wird. Mo fand ich ebenfalls spannend, weil man schnell merkt, dass er viel mehr mit sich herumträgt, als anfangs sichtbar ist. Überhaupt lebt das Buch für mich stark von seinen Figuren und ihrer Verbindung zu Geschichten, Büchern und Worten.
Der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn er für mich nicht unbedingt sofort zugänglich war. Vielleicht war genau das auch ein Grund, warum ich etwas gebraucht habe, um wirklich warm mit dem Buch zu werden. Aber wenn man einmal drin ist, entfaltet die Geschichte ihre Wirkung sehr gut. Dann wird sie spannend, atmosphärisch und an vielen Stellen auch wirklich mitreißend. Für mich war das deshalb eines dieser Bücher, bei denen sich Durchhalten definitiv gelohnt hat.
Fazit
Tintenherz war für mich ein Buch mit kleinen Startschwierigkeiten, aber einem wirklich starken Gesamtbild. Ich hatte anfangs echte Probleme, in die Geschichte hineinzufinden und musste mich zwischendurch immer wieder neu orientieren, was die Figuren angeht. Das hat meinen Lesefluss zwar etwas gestört, aber nicht so sehr, dass es mir das Buch verdorben hätte.
Denn sobald ich richtig in der Geschichte angekommen war, fand ich sie wirklich grandios. Die Atmosphäre, die Idee hinter dem Ganzen und diese besondere Verbindung aus Magie, Büchern und Abenteuer haben mir sehr gut gefallen. Genau dadurch hat Tintenherz für mich etwas Eigenes, das im Gedächtnis bleibt.
Empfehlen würde ich das Buch vor allem allen, die fantasievolle Geschichten mögen und Bücher über Bücher lieben. Man sollte sich nur darauf einstellen, dass es vielleicht ein wenig dauert, bis man komplett drin ist. Für mich war es am Ende auf jeden Fall ein gelungenes Buch, das ich trotz kleiner Schwächen wirklich gern gelesen habe.
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