Anzeige
Cover

Blackwood: Briefe an mich

★★★★★

Autor: Britta Sabbag

Sprecher:
Milena Karas, Tom Linden, Julian Horeyseck
Verlag:
Fischer Verlage
Format:
Audio
Spieldauer:
12 Std. und 20 Min
Erschienen:
2019
4 min Lesezeit 12 Aufrufe
Bei dieser Ausgabe handelt es sich um ein selbst gekauftes Buch.
Klappentext anzeigen
Stell dir vor, du bekommst einen Brief von deinem zukünftigen Ich. Würdest du ihn lesen?
Romantisch, spannend und humorvoll - der große All-Age-Roman von Bestseller-Autorin Britta Sabbag

Für Gesine ist das keine Frage. Natürlich würde sie. Denn nach dem Tod ihrer Mutter muss sie alleine zu einer Verwandten nach Irland ziehen. In dem kleinen, verschlafenen Dörfchen Blackwood hat sie niemanden, mit dem sie so richtig über ihren Kummer sprechen kann. Auch nicht über Arian Mary, den unverschämt gutaussehenden Sohn der örtlichen Butter-Dynastie. Noch dazu machen sie die Dorfbewohner mit Geschichten über allerlei übernatürliches Zeug verrückt. Alles Quatsch, denkt sich Gesine. Bis sie in einem geheimnisvollen alten Schreibtisch einen Brief von ihrem zukünftigen Ich findet, der ihre Welt ganz schön durcheinanderbringt...

Blackwood: Briefe an mich von Britta Sabbag hat mich schon mit seiner Grundidee neugierig gemacht. Ein Brief vom zukünftigen Ich? Natürlich würde ich den lesen. Vermutlich sogar sofort. Genau diese Frage steht auch am Anfang von Gesines Geschichte, die nach dem Tod ihrer Mutter plötzlich aus ihrem bisherigen Leben gerissen wird und zu ihrer Tante nach Irland ziehen muss.

Dort landet sie im kleinen Ort Blackwood, in dem jeder jeden kennt, allerlei Geschichten über übernatürliche Wesen kursieren und Gesine zunächst überhaupt nicht weiß, was sie von all dem halten soll. Als sie dann in einem alten Schreibtisch tatsächlich einen Brief von ihrem zukünftigen Ich findet, wird es endgültig seltsam.

Anzeige

Für mich war das insgesamt eine schöne Mischung aus Trauer, Neuanfang, Romantik und einem Hauch Magie, die mich gut unterhalten hat.

Inhalt & Stimmung

Gesine, die lieber Ge genannt wird, verliert völlig unerwartet ihre Mutter und muss anschließend zu ihrer Tante Wanda nach Irland ziehen. Allein dieser Neuanfang wäre schon schwierig genug, doch Blackwood ist für sie zunächst eine völlig fremde Welt. Der Ort ist klein, die Menschen kennen sich untereinander und ihre Tante erzählt ganz selbstverständlich von Feen, Waldgeistern und anderen Wesen, an die Gesine natürlich überhaupt nicht glaubt.

Gleichzeitig muss sie irgendwie mit ihrer Trauer klarkommen. Gerade das fand ich wichtig, weil die Geschichte dadurch nicht einfach nur zu einer romantischen Fantasygeschichte wird. Gesine hat einen echten Verlust hinter sich, der sie begleitet, auch wenn um sie herum natürlich trotzdem das Leben weitergeht.

Dann gibt es noch Arian Mary, den Sohn der örtlichen Butterdynastie, der für Gesine ziemlich schnell interessant wird. Die romantische Ebene nimmt also ebenfalls ihren Platz ein, ohne dass dadurch alles andere komplett verschwindet.

Am spannendsten fand ich aber natürlich die Sache mit den Briefen. Die Vorstellung, plötzlich eine Nachricht vom eigenen zukünftigen Ich zu bekommen, ist einfach reizvoll. Denn sofort stellen sich Fragen: Kann man dem überhaupt trauen? Sollte man sein Leben nach etwas ausrichten, das angeblich die eigene Zukunft bereits kennt? Und was passiert, wenn man versucht, genau diese Zukunft zu verändern?

Gerade diese Mischung macht die Geschichte für mich aus. Blackwood: Briefe an mich ist kein Hörbuch, das permanent mit großen Wendungen oder Action um sich wirft. Vielmehr lebt es von seiner besonderen Atmosphäre, von Gesines Entwicklung und dieser leichten mystischen Ebene, die immer mitschwingt.

Charaktere & Stil

Gesine mochte ich als Hauptfigur gern, weil sie nicht einfach alles hinnimmt, was ihr in Blackwood erzählt wird. Gerade bei den ganzen Geschichten über Feen und andere übernatürliche Dinge ist sie erst einmal ziemlich skeptisch. Das fand ich angenehm, weil es für mich glaubwürdig wirkte.

Gleichzeitig ist sie natürlich in einer Situation, in der sowieso alles auf den Kopf gestellt wurde. Der Tod ihrer Mutter, der Umzug nach Irland und ein völlig neues Umfeld wären schon für sich genommen genug. Dazu kommt dann noch dieser geheimnisvolle Brief, der ihr Leben noch einmal zusätzlich durcheinanderbringt.

Anzeige

Auch Blackwood selbst hat für mich fast etwas von einem eigenen Charakter. Dieses kleine irische Dorf mit seinen teilweise etwas schrulligen Bewohnern und den Geschichten, die dort ganz selbstverständlich erzählt werden, sorgt für eine besondere Stimmung. Es hat etwas Gemütliches und gleichzeitig Geheimnisvolles.

Die Liebesgeschichte mit Arian fand ich ebenfalls schön eingebaut. Sie steht nicht völlig losgelöst neben allem anderen, sondern gehört zu Gesines Neuanfang dazu. Trotzdem ist die Geschichte für mich nicht nur Romance. Gerade die Themen Trauer, Familie, Zukunft und die Frage, welchen Weg man eigentlich selbst einschlagen möchte, geben dem Ganzen noch etwas mehr.

Britta Sabbags Stil ist locker und angenehm, ohne dass die ernsteren Momente dadurch ihren Platz verlieren. Das Hörbuch lässt sich dadurch sehr gut hören und hat trotz seiner Länge für mich eine schöne Leichtigkeit.

Auch die Umsetzung mit mehreren Stimmen hat mir gefallen. Milena Karas, Tom Linden und Julian Horeyseck lesen das Hörbuch gemeinsam, was gut zu der Geschichte passt. Gerade bei längeren Hörbüchern finde ich es angenehm, wenn die Stimmen zur Atmosphäre beitragen und dafür sorgen, dass die Figuren lebendig bleiben.

Fazit

Blackwood: Briefe an mich war für mich ein schönes und unterhaltsames Hörbuch mit einer wirklich interessanten Grundidee.

Die Mischung aus Trauer, Neuanfang, Romantik und diesem leicht magischen Geheimnis rund um die Briefe aus der Zukunft hat für mich gut funktioniert. Besonders die Atmosphäre in Blackwood und Gesines Entwicklung mochte ich gern.

Ganz für die volle Punktzahl hat es bei mir trotzdem nicht gereicht. Dafür fehlte mir an manchen Stellen noch ein bisschen mehr Spannung oder Tiefe. Insgesamt habe ich die Geschichte aber sehr gern gehört und fand gerade die Idee mit dem zukünftigen Ich wirklich gelungen.

Wer Geschichten über Neuanfänge, kleine geheimnisvolle Orte, Romantik und ein bisschen Magie mag, dürfte hier auf jeden Fall Spaß haben.

Anzeige

Kommentare

0

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine freigegebenen Kommentare. Du kannst gerne den Anfang machen.

Kommentar schreiben

Dein Kommentar erscheint erst nach Freigabe.